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wohn gegen den Grafen gefaßt und ſich von ihrer hef⸗ tigen Gemüthsart zu einer groben Beleidigung hatte hinreißen laſſen. Dieſes Ereigniß hatte die empfindliche Seite ſeines Stolzes verletzt, und aufgebracht durch die Keckheit, womit ſie es wagte, ihm Trotz zu bieten, ihm in ſeiner doppelten Eigenſchaft als Liebhaber und Kunſi⸗ richter Trotz zu bieten, hatte er feſt beſchloſſen, ſich zu rächen, ſie zu ſtürzen, nachdem er ſo mächtig zu ihrer Erhöhung beigetragen.
Der Plan, den er zu dieſem Zwecke entwarf, war gut angelegt. Er, der lange Zeit der Lenker des Ge⸗ ſchmacks in der vornehmen Welt von D. geweſen, wußte recht gut, daß es ihm ganz leicht war, den Ruf eines Künſtlers oder einer Kuͤnſtlerin zu begründen und zu vernichten, zumal wenn es ſich um eine von ſolchen Perſonen handelte, die ohne eigentliche Sebſtſtändigkeit bloß darauf ausgehen, das Wunder des Tages zu wer⸗ den, und die alles Vertrauen auf die Mode ſetzen. Aber der Graf fürchtete, ſich ſelbſt zu compromittiren; er war ja bisher unermüdlich geweſen, Signora Pari⸗ ſina's Talent auszupoſaunen; wenn er daher jetzt auf einmal ſein Urtheil änderte, ſo zeigte er der Welt gar zu offen, daß ſeine Kunſtkritiken in gar zu großer Ab⸗ hängigkeit von ſeinen perſönlichen Intereſſen ſtanden. Er wählte daher einen andern Weg zu ſeinem Ziel. Die Extreme, dachte er, berühren ſich immer. Den Enthuſiasmus des Publikums für ſeinen zufälligen Ab⸗ gott auf die größtmögliche Höhe zu treiben, die große Maſſe der Bewunderer zu Extravaganzen in ihrem Tau⸗ mel zu verleiten, das iſt ein ſicheres Mittel, um Nach⸗ denken und Beſonnenheit hervorzurufen, woraus im gegebenen Fall nur Kälte und Gleichgültigkeit entſtehen konnten. Je abgeſchmacktere Thorheiten man begeht, um ſo früher ſieht man ein, daß man ein Narr iſt, und auf jeden Ueberreiz folgt Erſchlaffung.
Mit gutem Vertrauen auf die Wahrheit eines ſol⸗ chen Raiſonnements hatte der Graf einen öffentlichen


