Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Mädchen. Sie lehnte ihren ſchönen Kopf auf die rechte Hand und ließ die linke ganz unthätig auf die Seite hinabhängen. Ihre Stellung hatte einen Ausdruck, der ebenſo gut Gleichgültigkeit als Kummer bedeuten konnte. Man wußte nicht, welches Gefühl das vorherrſchende war. Auch ihr Auge, das dunkel war wie die Nacht, die von funkelnden Sternen durchbrochene Nacht, gab in dieſer Beziehung keinen Aufſchluß. Es ſchien bei⸗ nahe gedankenlos nach dem Dachrande hin zu ſtieren, und der Strahl, der darin leuchtete, war er der ange⸗ borne Glanz der Pupille, war er das Feuer des Gefühls, oder vielleicht eine gebrochene Thräne? Das ſchwarze Haar war glatt über die Schläfe hinabgekämmt und ſchlang ſich über die Wangen hin, gleichſam um koſend die blaſſen Roſen derſelben zu einem höheren Leben zu erwecken, friſch wie dasjenige, das in dem Purpur der ſ

„Die vornehmſte Neuigkeit des Tages,“ erzählte der Notar Abſalon,„iſt, daß wir in der Stadt einen jungen Künſtler erwarten, einen Muſikus, der ein Con⸗ zert zu geben beabſichtigt.

„Ach, ein Conzert!“ rief Roſina,„iſt es auf dem Stadthaus oder vielleicht in der Kirche 26

„Spielt er die Geige oder das Piano, oder bläst er vielleicht Fagott? Ach, Fagott!“ fügte Lilia hinzu.

„Ich habe die Nachricht von dem Redacteur Wochenblattes erhalten, aber ſo in der Eile, daß ich noch keine näheren Details ausmitteln konnte,“ erklärte der Notar;„ich weiß nicht einmal den Namen des jungen Künſtlers, aber er ſoll ſehr geſchickt und berühmt ſein, und erſt neulich hat ihm Seine Hoheit, der Herzog von eine Buſennadel geſchenkt, die hundert Thaler Banko werth iſt.“

„Hundert Reichsthaler Banko!“ rief Frau Regina, „ſo viel iſt gewiß wahr, daß die ſogenannten klugen Leute heut zu Tage ſo wenig Verſtand haben wie früher

Ein Funken. 1. 4