Plänen und Abſichten um, welche der Freiheit des jungen Mannes Gefahr drohten. Unleugbar hatte der Notar ſelbſt Veranlaſſung dazu gegeben, denn er hatte ſchon lange den beiden Mädchen eine bedeutungsvolle Auf⸗ merkſamkeit gewidmet. Ja ganz ſicherlich wäre die Sache ſchon lange gehörig abgemacht geweſen, weun nicht in Wirklichkeit der Fall eingetreten wäre, den ich ſchon bei einer früheren Gelegenheit vorausgeſagt habe. Abſalon war nämlich unſchluͤſſig zwiſchen den beiden Schweſtern ſtehen geblieben; ſeine Liebe wollte ſich nie firiren. Sie flatterte wie ein Schmetterling zwiſchen der Roſe und der Lilie; bei Beiden befand er ſich wohl; aber da er nun einmal nicht Beide freien konnte, ſo freite er gar nicht. Frau Regina erwartete indeſſen tagtäglich eine Erklärung und bemerkte den Windſtoß nicht, der in den letzten Zeiten ſeinen Sinn nach einer ganz neuen Rich⸗ tung gelenkt hatte.
Die Frauenzimmer waren mit ihren Handarbeiten beſchäftigt. Der junge Cavalier hatte nichts Anderes zu thun, als die Converſation im Gange zu erhalten, die Lichter zu putzen und dazwiſchen hinein ſeine hübſche ſeidene Weſte hinabzuziehen, die im Augenblick darauf wieder in tauſend Falten über den vom Schneider nicht gehörig berückſichtigten Magen hinaufglitt.
Auf dem ſchmalen Teppich, der ſich wie ein Fuß⸗ weg von der einen Thüre zur andern erſtreckte, wandelte, mit den Händen auf dem Rücken, ein langer, trockener und magerer Mann auf und ab. Sein ganzes Aus⸗ ſehen verkündete, daß er gewohnt war, ſich auf dem Teppich zu halten. Es war Erasmus. Leicht und laut⸗ los waren ſeine Tritte. Selten ging ein Wort über ſeine Lippen, aber ſein Blick ſchien ſich gleichſam auf⸗ zuklären, ſo oft er bei dem neuen Wendepunkt der regel⸗ mäßigen Promenade ſich der nächſten Fenſterniſche zu⸗ wandte.
Hier, wohin das Licht vom Sophatiſch nur einen matten Schein warf, ſaß ein ſchwarzgekleidetes junges


