Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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doch wohl noch ein kleines Kapital für das Mädchen heraus⸗ ſcharren. Wenigſtens ſo viel, daß ſie ſich ſelbſt kleiden kann. Das Eſſen bekommt ſie natürlich frei in unſerem Hauſe und ebenſo auch das grüne Dachſtübchen. Wenn der ſelige Raimund ſich jemals darauf verſtanden hätte, mit dem Geld umzugehen, und wenn er nicht über ſeinen verrückten Ideen ſeine hausväterlichen Pflichten vergeſſen hätte, ſo könnte ſeine Tochter jetzt ganz gewiß mit einem ſchönen Vermögen daſitzen. Das Bischen, was ſie erhält, kommt ihr jedenfalls zu Statten, wenn es auch noch ſo gering iſt, und durch vernünftige Haus⸗ haltung kann man vielleicht mit der Zeit etwas zu einer Ausſteuer für ſie zuſammenbringen, wenn ſie je einmal in den Fall kommen ſollte, einer zu bedürfen, das arme Kind. Ja freilich, das war ein Lärm und ein Weſen mit ihr, als ſie auf die Welt kam; ich habe wohl davon erzählen gehört. Der Vater malte ſie in Oel, als ſie faum eine Woche alt war, und man hielt ſie für zu gut, um in einer Wiege zu liegen wie andere Kin⸗ der, ſondern ſie mußte in einem Wägelchen unter einem ſeidenen Verdeck ſchlafen; jetzt iſt das ganz an⸗ ders. Ich werde es gewiß an keiner Sorgfalt fehlen laſſen, damit kannſt Hu Johanna tröſten. Sage ihr, daß ich ihrem Kind eine Mutter ſein, daß ich ſie zur Gottesfurcht anhalten und ſo billig als möglich für ſie ſpinnen und weben laſſen werde, ſo daß ſie in der Zu⸗ kunft wenigſtens auf etwas rechnen darf, obſchon es natürlich im Vergleich mit dem, was meine eigenen Töchter zu erwarten haben, nicht viel ſein kann; die meinigen haben aber auch in ihrer Kindheit nicht unter einem ſeidenen Suufflet geſchlafen. Ich hoffe übrigens, daß Leopoldine nicht gar zu viel weder ihrem Vater noch ihrer Mutter gleicht, denn ich will gewiß Niemand etwas Böſes nachſagen, aber Mondſcheinmenſchen ſind niemals nach meinem Geſchmacke geweſen.

So vergaß ſich Frau Regina in tiefſinnigen Be⸗