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Zähnen, um ſich mit ihrem Schickſal zu ſchlagen. Frau Regina war übrigens auch keine Frau, die einen Mann durchaus in's Verderben ſtürzen mußte. Nein, weit entfernt. Was ihr hauptſächlich fehlte, das waren die zarteren, feineren Eigenſchaften des Herzens, welche die Alltäglichkeiten des Lebens über das Einfache und Pro⸗ ſaiſche zu erheben vermögen. Anderſon erzählt in einem ſeiner vortrefflichen Abenteuer von einem Spiegel, den der Teufel eines Tags erfand, als er bei recht gutem Humor war. Dieſer Spiegel hatte die Eigenſchaft, alles Gute und Schöne, was ſich darin abſpiegelte, zu ver⸗ zerren und alles Häßliche und Schlechte noch ſchlimmer zu machen. Aber als er in ſeinem Uebermuth ſo weit ging, einmal die Engel, ja ſogar den lieben Gott ſelbſt zum Narren halten zu wollen, da zerſprang das künſt⸗ liche Glas in eine zahlloſe Menge kleiner Scherben, welche ſeitdem gleich Sandkörnern in der Welt umher⸗ fliegen, und wenn ein Menſch ein ſolches Korn in die Augen bekommt, ſo ſieht er Alles verkehrt. Etwas Aehnliches muß mit Frau Regina geſchehen ſein, denn in ihren Augen lag immer ein entſtellender Schatten, ſelbſt auf den allerſchönſten Seiten des Lebens, und ſie ſah am liebſten die Kehrſeite von Allem. Aber ſie hatte auch Tugenden, denen man Werth beilegen mußte; ſie war eine fleißige Hausfrau, ſie beſaß eine unbeſcholtene Ehrbarkeit, und die Ordnung in einem Hauſe konnte kein Weib beſſer aufrecht erhalten als ſie. Ordnung allein vermag auch eine Art von Behaglichkeit zu ſchaf⸗ fen. Man hörte daher Erasmus niemals über ſein Schickſal klagen; wenn ein Hauskreuz ſeine Schultern drückte, ſo trug er es mit Geduld. Aber ein ſo reines! und von aller Falſchheit freies Gemüth wie das ſeinige hätte ein noch beſſeres Loos verdient. Der poetiſche Grundton in ſeiner Seele hätte einen harmoniſcheren Wiederklang, ſeine edle Weichheit eine holdere Sym⸗ pathie finden müſſen. Jetzt erblaßten allmälig ſeine ſchönen Phantaſiebilder und die Armuth des Lebens


