Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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als ſeine irdiſche Beſtimmung zu betrachten gewöhnt war, und wenn ſeine Phantaſie ihm manchmal in einſamen Stunden eine von der Sonne der Liebe beglänzte Zu⸗ kunft, ein gemüthliches eigenes Heimweſen, verſchönt

von einem liebenswürdigen Weibchen, vormalte, ſo

ſcheuchte er doch dieſe himmliſchen Bilder bald wieder von ſich. Es wäre gar zu viel für mich, dachte er, und er war zufrieden, wenn ſeine Geſchäfte ihm geſtat⸗ teten, zuweilen die liebe Flöte in die Hand zu nehmen oder mit irgend einem ſentimentalen Autor ein Abend⸗ ſtündchen zu verweinen... Armer Erasmus, ſagte ich, aber ich wollte ihn damit nicht wegen ſeiner anſpruchs⸗ loſen Wünſche beklagen. Ach nein, dieſen müſſen wir eher unſere Bewunderung ſchenken, als Mitleid zollen. Wie viel beſſer verdiente nicht er ein Glück mit ſeinen mäßigen Forderungen, als wir Thoren, die wir es nicht verſtehen, den Sonnenſchein unſerer klaren Tage in der Stille zu genießen, und ſtatt deſſen beſtrebt ſind, gleich

Phaöton dummdreiſten Angedenkens den Sonnenwagen

ſelbſt kutſchiren zu wollen.

Die Fliege, die in das Netz der Spinne einge⸗ ſchnürt wird, war nicht ſchutzloſer als der fromme Buch⸗ halter, nachdem er einmal in Frau Regina's Ehepläne gemiſcht worden war. Ihr kräftiger Wille, ihre Welt⸗ erfahrung, ihre Klugheit und ihre Liſt gaben ihr Waf⸗ fen, gegen welche der an Menſchenkenntniß und beſon⸗ ders Weiberkenntniß ganz arme Erasmus vollkommen entblößt daſtand. Man konnte ſagen, daß ſein Schick⸗ ſal in demſelben Augenblick entſchieden war, wo ſie be⸗ ſchloſſen hatte, ihn zum Manne zu nehmen.

Ohne im Anfang zu ahnen, um was es ſich eigent⸗ lich handelte, bemerkte Erasmus mit einiger Verwun⸗ derung, daß Frau Regina in ihrem ganzen Benehmen gegen ihn allmälig eine bedeutende Veränderung ein⸗

treten ließ. Und als endlich der wahre Sinn dieſer

Veränderung immer klarer an's Tageslicht trat, da

war der gute Mann bereits durch wohlberechnete und