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Glück ihr geſchenkt hatte, konnte, ſo ſchien es ihr, kei⸗ nen Triumph gewinnen, wenn ſie jetzt keinen Mann mehr an ihrer Seite beſaß, gerade wie eine Kraft ſich nicht entwickeln kann, wenn ſie auf keinen Widerſtand ſtößt. Ja, die Gewohnheit iſt der Tyrann des Men⸗ ſchen, und es hatte ſich jetzt einmal ſo geſchickt, daß von der Ehe ihr das liebe eheliche Gezänke ganz beſon⸗ ders behagte. Kurz und gut, ſie vermißte einen Mann, den ſie mit ihrem holden Weſen beglücken und mit dem ſie ſich zanken konnte, einen Mann, deſſen Pflicht darin beſtände, ſowohl das Süße als das Saure in ihrer Gemüthsart und ihrem Leben mit ihr zu theilen.
Nachdem ſie zwei Jahre lang die Sache überlegt und dabei auch das Bedürfniß eingeſehen hatte, ihren heranwachſenden Töchtern einen Vater zu verſchaffen, faßte ſie den feſten Entſchluß noch einmal das Glück Hymens zu koſten, und begann daher, ſich heimlich nach einem paſſenden Gegenſtand umzuſehen. Ein ſolcher war nicht überall zu finden; aber eines ſchönen Tags ſchoß eine lichte Idee in ihrem Kopfe auf. Sie be⸗ lächelte jetzt ihre eigene Blindheit, ihre Thorheit, über den Fluß gehen zu wollen, um Waſſer zu ſuchen: In ihrem eigenen Hauſe fand ſich ja eine Perſon, die ihren Forderungen vollkommen entſprach, nämlich Erasmus, der vortreffliche, eifrige und anſpruchsloſe Buchhalter, er, der durch die Verwaltung ihrer SOekonomie bereits gewiſſermaßen Mannesſtelle bei ihr vertrat. Die Be⸗ denklichkeiten, die ſich gegen dieſen Vorſchlag erheben konnten, ſchienen ihr alle von geringer Bedeutung zu ſein, und mit einem Ton, worin Siegesgewißheit lag, ſagte ſie zu ſich ſelbſt: Es iſt alſo ausgemacht, Eras⸗ mus mag in Gottes Namen mein Mann werden.
Der arme Erasmus! Seine Forderungen an's Leben waren nicht groß. Das Ziel, das er erſtrebte, beſchränkte ſich auf einen beſcheidenen Unterhalt und Frieden mit allen Menſchen. Uneigennützig wollte er ſeine Kräfte gern in dem Wirkungskreis opfern, den er
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