Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Frithiof bekannte ſie: Ich bin nicht gewöhnt, mich ein⸗ ſam zu denken.

Der Dahingegangene hinterließ eine Leere, die ſich ſtündlich fühlbar machte und ihr ganz unerträglich war. Das Zimmer, das der Fabrikant bewohnt hatte, er⸗ ſchien ihr wie ein Grabchor; ſie wagte kaum hinein⸗ zugehen, ſo unheimlich däuchte es ihr. Beim Mittageſſen war Niemand mehr, der über die Gerichte Bemerkun⸗ gen machte. Es lohnte ſich daher kaum der Mühe, das rechte Verhältniß der Gewürze genau zu beob⸗ achten oder gegen die Köchin ſtreng zu ſein. Niemand handhabte den Fliegenwedel. Die Fliegen ſetzten ſich gleichſam zum Hohn auf Frau Regina's eigenes Näs⸗ chen, und die holländiſche Wanduhr, wie manchen Sams⸗ tagabend blieb ſie nicht unaufgezogen ſtehen.. So verfloß kein Tag, der nicht für die arme Wittwe irgend eine traurige Erinnerung an die allzu früh eingetretene Vacanz mit ſich führte, und auch die Nächte waren unruhig. Sie hatte nämlich das altmodiſche Vorurtheil, an Geſpenſter zu glauben, und ſie fürchtete beſtändig, ihr ſeliger Mann könnte einmal zur mitternächtlichen Stunde kommen und ſie in die Naſe kneipen.

Alle, die Frau Regina kannten, glaubten einen entſchiedenen Hang zur Herrſchaft bei ihr zu finden, und in Folge deſſen bildete man ſich ein, daß ſie ſich als Wittwe ganz ungemein wohl fühlen würde, weil kein Menſch das Recht hätte, ihr in Allem, was die Verwaltung ihres Hauſes betraf, die Macht ſtreitig zu machen. Aber dieſer Schluß war nicht ganz richtig. Was für ein Vergnügen liegt wohl darin, einen deſpo⸗ tiſchen Seepter zu führen, wenn man Niemand hat, den man unterdrücken und beſiegen kann. Ueberdieß war Frau Regina in der That und Wahrheit nicht herrſchſüchtiger, als die Mehrheit der Frauen. Sie laubte bloß ein Bischen klüger zu ſein, als alle Männer der Erde zuſammen, und die Klügſte hat ja immer Recht. Aber dieſer überlegene Verſtand, den das