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arme Mama, ich wünſchte ſo ſehr, daß ſie auch einmal fröhlich würde.“
„Natürlich, wir werden Alle glücklich werden. Ich werde Dich mit Gold und Perlen ſchmücken, Du wirſt in meinem Schloſſe wohnen und in meinen Equipagen fahren. Aber jetzt beneide ich Dich gleichwohl um Etwas. Ach, Du haſt eine Mutter. Ich habe weder Vater noch Mutter, die nach mir fragen: nur dieſer alte närriſche Kämmerer da 4
„Iſt er denn nicht gut gegen Dich?“
„Gut? Bah, die Güte paßt nur für Weiber.. Siehſt Du die Elſter, die dort auf dem Zweige ſitzt? Ci der tauſend, wie ſie dem Kämmerer gleicht mit ſeinen dünnen Beinen und ſeinem ſpitzigen Frackſchoß aber Du, Leopoldine, biſt eine Taube, biſt meine eigene artige, treue Taube. An meiner Seite wirſt Du ein⸗ mal in's Leben hinausfliegen. Wehe Demjenigen, der es wagen ſollte, Dich von mir weglocken zu wollen! wehe Dir, wenn Du dieſen Verlockungen folgſt!“
„Ach nein, ich werde Dich ſo getreu erwarten..
Als der Kämmerer im folgenden Sommer wieder kam, war er allein. Marimilian war von ſeinem rech⸗ ten Vater abgeholt worden und mit ihm weit hinweg aus dieſer Gegend gezogen.
Thränen traten Levpoldinen in die Augen, als ſie dieſe Nachricht erhielt; aber ſie dachte bei ſich ſelbſt: ich will warten, ich weiß, er kommt gewiß einmal hier⸗ her zurück.
Auch der Kämmerer hatte dießmal eine traurige Ueberraſchung. Als Johanna ihm entgegen kam, meinte er nur ihren Schatten zu ſehen, ſo bleich, ſo abgezehrt war ſie geworden. Wenn er wirklich einige Hoffnuu⸗ gen für ſeine Zukunft auf ſie geſetzt hatte, ſo mußten dieſe jetzt für immer aufgegeben werden, es war ja klar, daß er den Tod ſelbſt zum Nebenbuhler hatte.


