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Kaum hatte dieſer ſein Spiel beendigt, ſo ergriff
er Leopoldinen's Hand und ſagte vertraulich:
— Laß uns fortſpringen, ſonſt zwingt man mich, noch mehr zu ſpielen, und das macht mir heute kein Vergnügen.
Nach einigen Augenblicken ſtanden die beiden Flücht⸗ linge auf der Spitze des nächſten Berges. Marimilian's Blicke befeuerten ſich, als er die freie, umfaſſende Aus⸗ ſicht betrachtete.
— Hier iſt es ſchön,“ ſagte er,„und frei. Es gibt doch nichts Beſſeres als die Freiheit... und Du,“ fügt⸗ er gegen Leopoldine gewendet hinzu,„auch Du biſt ſchön.“
In demſelben Augenblick, wo er dieſe Worte ſprach, nmfaßte er ihren Kopf mit beiden Händen und drückte einen Kuß auf ihre Lippen.
„Ich glaube, Du haſt mich lieb,“ ſagte das Mäd⸗ chen;„das iſt artig von Dir.“
„Ja, ich habe Dich lieb,“ verſetzte Marimilian, „aber Du verſtehſt noch nicht, was ein Kuß beſagen will. Siehſt Du, weit, weit auf der andern Seite der blauen Wälder dort, da ſieht die Welt anders aus, als hier in dieſem ſtillen, einſamen Winkel. Dort lebt man munter und vergnügt, genießt tauſend Freuden und erntet Ehre und Ruhm. Bald werde ich groß ſein. Dann will auch ich hinaus. Ach, es wird eine herr⸗ liche Zeit werden. Wie will ich meine Freiheit ge⸗ nießen, und die ganze Welt will ich zu meinen Füßen zwingen. Aber reich und mächtig werde ich einmal hieher zurückkehren, um Deinetwillen zurückkehren, und dann werde ich Dir ſagen, was mein Kuß bedeutete.“
„Bleib nicht gar zu lange aus, Marimilian. Auch ich möchte ſo gerne in die fröhliche, glückliche Welt hinaus kommen; darf ich dann mit Dir gehen 2“
„Ja gewiß, wir bleiben dann beiſammen in Leben und Tod.“ „Und Mama, ſie muß auch bei uns ſein. Die


