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rade ſo gegangen, wie mit ſo vielen andern, die einer mehr gelehrten als klugen Forſchung unterſtellt wur⸗ den: man iſt an dem Einfachen vorbeigelaufen und hat ſtatt deſſen etwas allzu Erkünſteltes gefunden. Auch hierüber erſtreckt jetzt die lumpige, verächtliche, in Sün⸗ den erzeugte und geborene Mode ihren Scepter, und bei aller Sorgfalt, die wir den zarten Pflanzen unſeres eigenen Geſchlechtes widmen, iſt die Eitelkeit nicht in die Acht erklärt worden. Es gibt nämlich Eltern, und zwar in gar zu großer Anzahl, die, was ihre Kinder betrifft,
ſich vorzugsweiſe bemühen, mit ihrem frühreifen Ver⸗
ſtand, ihren zeitigen Fortſchritten in ſeelenloſen Kennt⸗ niſſen zu prahlen. Und wenn ein ſoicher Vater oder eine ſolche Mutter ſelbſtvergnügt ihr kleines Wunder⸗ thierchen auf die Ausſtellung bringen, da ſtimmt die Schaar alter Tanten und Onkel einen Chorgeſang von Prophezeiungen über die glänzende Zukunft des be⸗ ſagten Wunderthierchens an. Aber der aufgeklärte Men⸗ ſchenfreund ſchüttelt betrübt ſeinen Kopf; denn er weiß,
daß die Keime der Menſchheit, die in den jungen Men⸗
ſchen verborgen liegen, um an's Tageslicht gelockt zu werden, eines ganz andern Sonnenſcheins bedürfen, als desjenigen, der durch die dunkeln Scheiben der Schul⸗ ſtube herein dringt.
Beim Kinde iſt das Gefühl früher als der Ver⸗ ſtand; aber welche Nahrung, welche Leitung gibt wohl die allgemeine Erziehung dieſer zuerſt erwachenden menſch⸗ lichen Kundgebung, und was Gutes kann man wohl von einer Bildung erwarten, die mit der Verachtung und Niedertretung der Natur beginnt?.. Ach, es
ſcheint ja ausgemacht zu ſein, daß der kleine Weltbür⸗
ger ſchon in ſeinen erſten Tagen lernen ſoll, ein verlo⸗ renes Paradies zu beweinen. Warum ſollen wir ihm das einzige ungeſtörte Glück, das die Erde tragen kann, die Kinderfreude, ſo mißgönnen? Warum ſollen wir ihn ſogleich ſo unbarmherzig in unſere eigenen, oft ſo gänz⸗ lich mißlungenen Formen einzwängen? Der Farbenglanz,
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