Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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zu ſpotten, das war eine natürliche Folge dieſes auf⸗ brauſenden Zuſtandes..

Cinige Steinwürfe von da und ganz nahe bei dem Wohnhaus zeigte ſich in dem ſentimentalen Schatten einiger ſich hinabneigenden Erlen ein ſilberheller Waſſer⸗ ſpiegel. Wer konnte wohl glauben, daß dieß juſt der⸗ ſelbe Strom war, der ſich kaum noch ſo knabenhaft in den Klüften herumgebalgt und mit ſeinem Gebrauſe den Frieden der ganzen Gegend geſtört hatte? Zetzt hatte er das Benehmen einer idylliſch⸗träumeriſchen Braut an⸗ genommen. Schüchtern durch eine ſchöne Wieſe ſich chlängelnd, ſchien der einzige Zweck dieſer Fluth dahin zu gehen, alle Blumen an ihren Strand zu locken und mit dem blanken Spiegel ihrer Fläche die unſchuldige Koketterie der Natur aufzumuntern. Dieſer, in ſeinem Ausvruck ſo wechſelreiche Waſſergang floß wie eine Puls⸗ ader durch das Thal. Von ihm erhielt das ganze Ge⸗ mälde ſein Leben, ſeine charakteriſtiſchen Züge.

Hier in dieſer ſchönen, aber von der Welt abge⸗ ſchloſſenen Natur, verfloß Leopoldinens Kindheit. ie Mutter war ihre einzige Lehrerin. Die Schule war

alſo ganz einfach und ſtach gewaltig ab gegen die mo⸗

dernen Penſionen mit ihrem niſſenſchaftlichen Anſtrich. Nichts iſt feinfühlender als ein Kindesgemüth. Es iſt eine Daguerreotypplatte, die von jedem darauffallenden

Licht oder Schatten einen Eindruck empfängt und be⸗

hält. Das Bild, das ſie endlich als ihr eigenes Ge⸗ präge aufnimmt, warum bleibt es ſo oft unklar und ſchmutzig Im Allgemeinen deßwegen, weil die Umge⸗ bung, die abgeſpiegelt wird, ſelbſt ſo iſt. Die Welt und die geſellſchaftlichen Verhältniſſe ſind allmälig das geworden, was ſie in unſern Tagen ſind, nämlich eine Karrikatur der Natur, und man kann wohl mit großem Recht ſagen, daß die junge Menſchenſeele ſchon vom Anfang an entſtellenden Verdrehungen ausgeſetzt iſt. Die Erziehung iſt ein Gegenſtand vielfachen Nach⸗ denkens geweſen, aber mit dieſem Gegenſtand iſt es ge⸗