Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1862)
Entstehung
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Du, wie die Madonna lächelt was in dieſem Bilde Edles und Erhabenes lebt, das habe ich von Dir ge⸗ borgt, Dank, Dank!.. Welch ein herrlicher Morgen Johanna ich reiſe, ich werde Deinen Gruß nach Rom bringen.

Damit lehnte er ſein Haupt an die Bruſt der Gattin und ſtieß einen letzten Seufzer aus, juſt in dem Augenblick, wo die Morgenſonne durch's Fenſter ihren erſten Strahl warf, mit einem milden Gruß vom Vater des Lichtes.

Aber Johanna. Ach, der Dolch des Schmerzes kann nicht tiefer in ein Herz dringen, als jetzt in das ihrige. Nachdem man mit ganzer Seele mit einem ge⸗ liebten Gatten verwachſen geweſen, jetzt allein zu ſtehen auf dieſer nun ſo öden Erde; noch immer die Ketten des Daſeins zu tragen, nachdem man der einen Hälfte ſeines Weſens beraubt worden, das heißt auch ſterben, aber nicht um zum Frieden des Grabes zu gelangen, ſondern nur um alles Lebensglück zu verlieren. Die be⸗ klagenswerthe Frau hatte kaum erſt 23 Jahre erreicht, als der Kummer für immer die Freude aus ihrer Bruſt und die Blumen von ihren Wangen verſcheuchte. Selbſt die Mutterfreude war verbittert: wie ſollte ſie jetzt die Zu⸗ kunft ihres kleinen Kindes ſchützen können! Sie ſah ein von ſchweren Bekümmerniſſen bedrohtes Leben vor ſich, eine Welt, die ſie nicht kennen gelernt hatte, und was die wenigen Freunde betraf, die ihr noch übrig blieben, ſo war ſie gewöhnt geweſen, mit ihnen nur ihr Glück zu theilen.

Raimund's Angelegenheiten waren im letzten Jahr ſeines Lebens in große Unordnung gerathen, und man fürchtete im Anfang, die Mittel des Hauſes möchten kaum ausreichen, um die Schulden zu decken. Die arme Wittwe hatte nur noch den einzigen Wunſch, daß