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er nicht ohne einen gewiſſen Stolz. Es iſt doch ſchön? Nicht wahr, die Mutter eines Gottes muß dieſen Aus⸗ druck himmliſcher Reinheit beſitzen. Ihre Güte hat nichts Weiches, ſie iſt edel, und dieſer Zug um die Lippen, verkündet er nicht Glückſeligkeit, vermiſcht mit der zärtlichen Unruhe, die ein Weib immer empfinden muß, wenn es ſein Kind betrachtet? Aber warte, das Auge hat noch nicht ſeinen rechten Blick: darin wirſt Du erſt die Seele gewahr werden, die vor allen andern auf Erden Wohlgefallen fand bei dem Vater in der Höhe. Und dann, wenn erſt das Ganze gehörig re⸗ touſchirt iſt... ach ja, es muß ſchön werden. Siehſt Du, man muß beharrlich ſein, um ein großes Ziel zu erreichen. Man erklimmt die Spitze der Alpen nicht ohne Mühe ach, Gott ſei Dank, ich war alſo nicht bloß ein elender Pfuſcher.“
Aber kaum hatte er in dieſen Worten ſeine Freude ausgeſprochen, als er einen heftigen Anfall in der Bruſt bekam. Er mußte in's Bett geführt werden, und zu⸗ nehmende Schmerzen hielten ihn da in grauſamen Feſſeln. Seine geſchwächte Natur konnte nur geringen Widerſtand leiſten. In heftigem Fieberwahnſinn umſchwebten Rai⸗ mund's abgebrochene Gedanken noch das theure Gemälde. Man mußte es in ſein Schlafzimmer ſtellen, damit er auch in den Stunden des Schmerzes ſich an ſeinem Werke erfreuen konnte, und nur mit Mühe konnte man ihn verhindern, aufzuſtehen und noch einmal den Pinſel zu ergreifen. Bald war alle Hoffnung zu ſeinem Wieder⸗ aufkommen verloren. Der Arzt ſchüttelte den Kopf, worauf er, mehr aus ſchuldigem Reſpekt vor ſeinem Beruf, als in Folge einer wirklichen Ueberzeugung von einem guten Reſultat, ein Dekokt zuſammenbraute das, Dank dem guten Herzen des Mannes, nicht gar zu übel ſchmeckte.
„Jetzt haben wir Alles gethan, was ſich thun läßt,“ ſagte er, nachdem Raimund mit einem gutmüthigen Lächeln die Arznei gekoſtet hatte. Aber der Tod ſtand


