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daß er ſeine Kräfte ſchonen und mitunter eine Zer⸗ ſtreuung ſuchen möchte, richteten nichts bei ihm aus. Die vorausgeſehenen ökonomiſchen Bekümmerniſſe blieben auch nicht aus. Der Mann hatte ſeine einzige Ein⸗ kommensquelle aufgegeben, und die Verſuche der Frau, durch Hanvarbeit etwas zu verdienen, konnten nur einen geringen Erſatz bieten. Wenn Raimund zuweilen ſah, wie ſie einen Theil der Nacht dazu nahm, um recht fleißig ſein zu können, ſo wurde er noch unruhiger, und der Schmerz darüber, daß er ſeine Familie nicht ge⸗ bührend ſollte verſorgen können, nagte peinlich an ihm. Verſchiedene, etwas überflüſſige Effekten wurden nach und nach verkauft, und darauf ſah man ſich genöthigt, Credit anzuſprechen. Tag für Tag erſchien jetzt der Maler abgezehrter und herabgeſtimmter. Haufige Fieber⸗ anfälle ſtellten ſich ein, und ſein Zuſtand nahm einen bedenklicheren Charakter an. Der gerufene Arzt ſchrieb als einziges Heitmittel Ruhe vor und erklärte, daß eine Reiſe bei dem hart angegriffenen Patienten ganz beſon⸗ ders vortheilhaft wirken würde.
„Eine Reiſe,“ wiederholte Raimund.„Ja, Sie haben Recht,“ fügte er mit einem düſteren Lächeln hinzu. „Wenn mein Gemälde fertig iſt, wollen wir nach Rom reiſen. Iſt's nicht ſo, Johanna? Dort werde ich meine Geſundheit wieder erhalten und Du wirſt wieder glück⸗ lich werden.“
Im Uebrigen hatte die Verordnung des Arztes keine andere Folge, als daß Raimund mit verdoppeltem Eifer ſeine Arbeit betrieb.
Aber auf einmal wurde ihm jetzt der Genius der Kunſt holder. Es war, als hätte eine höhere Hand ſeinen Pinſel geführt, ſeine Farben gemiſcht, und auf der Leinwand erhob ſich jetzt eine Madonna, die dem geträumten Ideal mit jedem Zug näher kam. Raimund jubelte. Entzückt ſchloß er Johanna in ſeine Arme: ſie mußte ſich unwillkürlich mit ihm freuen.
„Was ſagſt Du jetzt zu meinem Gemälde?“ fragte


