270
näherte ſich dem Czaren, begrüßte ihn mit dem Degen und ſagte zu ihm: Sie ſind Gefangener auf Befehl des Czaren Alexander. Ihr Leben ſoll geachtet wer⸗ den, aber Ihre Sicherheit erfordert unerläßlich, daß Sie uns keinen Widerſtand leiſten!
Paul erhob ſich jetzt ganz mechaniſch von ſeinem Platze, vermochte jedoch noch kein Wort der Erwiede rung über ſeine Lippen zu bringen. Auf ſeinem ganz bleich und farblos gewordenen Geſicht malten ſich Verwirrung und Schrecken in den heftigſten und fürchterlichſten Zügen.
Es war eine wunderbare, tief ergreifende Erſchei— nung, welche der unglückliche Czar in dieſem Augen⸗ blicke darbot. Er ſtand in ſeiner Nachtmütze, ohne Schuhe und Strümpfe, und nur bekleidet mit einem Flanellwams, das er übergeworfen hatte, vor den Verſchworenen da, die ſich mit bedecktem Haupt, das Schwert in der Hand, ihm gegenübergeſtellt hatten. Es war eine ſeltſame Pauſe zwiſchen den Verſchwo⸗ renen und dem Czaren entſtanden. In den nächſten Augenblicken ſchien Niemand beſtimmt zu wiſſen, was er wollte.
Jetzt war Bennigſen dazu geſchritten, das Zimmer des Czaren zu unterſuchen, was er ungemein raſch


