—
11
und von denen, wie ich denke, die ganze Hauptſtadt überſchwellen wird, höre ich feſtliches Glockengeläute, und brauſende Kanonendonner ſchlagen an mein Ohr. Wie kannſt Du uns das erklären, Jwan Paulowitſch Koutaitzow?
Es wird ja heut die Einnahme Derbent's gefeiert! Sind denn Euere Kaiſerliche Hoheit nicht unterrichtet? fragte Jwan raſch und lebhaft.
Ich weiß wohl, daß die Czarin einen Krieg im Caucaſus führt, ſagte der Großfürſt dumpf und düſter vor ſich hin, aber mich, der ich wie ein Dachs auf Gatſchina und Paulowsky feſtſitze und an meinen eige⸗ nen Pfoten nage, treffen dort keine Nachrichten weder von Siegen noch von Niederlagen. Aber auch mich in meiner Einſamkeit durchleuchteten oft hohe Träume
von Rußlands Herrſchaft am caspiſchen Meere. Doch
verzagte ich an der Ausführung, als man mir ſagte, daß der Graf Vaolerian Zoubow zum commandirenden General der Armee im Caucaſus ernannt worden ſei. Der Mann hatte ja kein anderes Verdienſt, als daß er der Bruder des neuen Favoriten Platon Zoubow war und noch einen gewaltigeren Körperbau beſaß, als Platon, dieſer unverſchämte Günſtling, der jetzt den Czaren in Rußland ſpielt.


