10
Koutaitzow, indem er faſt zärtlich zu ſeinem Herrn aufblickte. Ich wäre auch noch nicht wieder nach Petersburg gekommen, wenn ich nicht inzwiſchen ver nommen, daß die große Czarin Katharina ſich bereits auf ihr Sterbelager geſtreckt hätte und daß das ſchöne glänzende Geſtirn des Großfürſten Paul am Horizonte Rußlands aufgehen will. Darum bin ich hier wieder eingetroffen, ſonſt wäre ich nach Aſien gewandert. Denn nur meinem Groffürſten Paul gehöre ich an, wegen meiner großen Liebe zu ihm hatte er mich in die Verbannung geſtoßen, und ich komme wieder, ſobald ich zu ſeinem aufgegangenen Geſtirn beten darf!
Jwans gutes ſchönes Geſicht ſtrahlte dabei in einem liebevollen Ausdruck, indem er zu dem Groß— fürſten hinüberſchaute. Jwan Paulowitſch Koutaitzow hatte nicht mehr das liebliche Jugendgeſicht, mit dem er einſtmals faſt einem jungen Mädchen geglichen. In den Zügen des gereiften Mannes ſtand ein tiefer ſin niger Ernſt, der zugleich auf gewichtige Schickſale deutete, welche ſein Leben in der Zwiſchenzeit bewegt hatten.
So iſt es Dir wohl ſo ergangen, wie mir? ſagte der Großfürſt. Statt der Klagen und Seufzer über die geſtorbene Czarin, die ich in Petersburg erwarte,


