Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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ihr theilen durfte. Während Katharina von Glück und Zufriedenheit ſtrahlte, und ſich gern an dem Ge⸗ danken zu ergötzen ſchien, daß heut ein kluger und weitberechneter Plan von ihr zur Ausführung gelange, ſaß Potemkin mit einem ſchweigenden Hinſtarren ihr gegenüber, ſeufzte häufig, verdrehte die Augen und ſchien über den ſeltſamſten Dingen zu brüten. Zu⸗ weilen ſah er ſo aus, als wenn er heimlich ſtille Ge⸗ bete auf ſeinen Lippen bewege, und wenn Katharina mit ihrer heut ſehr entgegenkommenden Laune ihn aus dieſer ſeltſam träumeriſchen Stimmung heraus⸗ zulocken ſuchte, ſo begegneten ſich ihre freundlichen, brennenden Blicke nur mit ſeinen glanzloſen, ſtieren Augen, in denen ſich heut ein ihr unbegreifliches Räthſel zu bergen ſchien.

Katharina ſchien endlich einigen Aerger über dieſen ihr durchaus widerſtrebenden Zuſtand ihres Freundes zu empfinden. Sie ſchüttelte ernſt und mißbilligend ihr Haupt, und ſagte dann mit einer nachdrücklichen Stimme: Jetzt, mein lieber Graf, ſagen Sie mir. doch, warum Sie heut lauter ſo abſcheuliche Geſichter ſchneiden, und gar ſo thun, als wenn Sie hent in der Geſellſchaft Ihrer Freundin und Czarin alle Ihre Sünden abbüßen wollten, wozu der Augenblick