Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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durfte nichts Räthſelhaftes darin finden, ſondern konnte aus der Situation, in der man ſich ſeit einiger Zeit einander gegenüber befand, ſogleich die nöthige Aufklärung ſchöpfen.

Denn Paul, ſo oft er ſich auch das Beſte vor⸗ nahm, konnte das vertrauliche Verhältniß, das zwiſchen ſeiner jungen Gemahlin und dem Grafen Razumovsky ſich mehr und mehr gebildet zu haben ſchien, durch⸗ aus nicht mehr mit unbefangenen Augen betrachten. Oft war es ihm ſogar vorgekommen, als wenn zwi⸗ ſchen Beiden ein großes, dunkles Geheimniß obwalte, das der Großfürſt ſelber eine gewiſſe Scheu trug zu durchbrechen, und von dem er nach allen Seiten hin nur Gefährliches erwartete.

Nach langem Grübeln und Brüten, in dem er ſich verſchloß, hatte es Paul aber doch für das Gerathenſte gehalten, ſein zu Eiferſucht und Mißtrauen geneigtes Temperament zu bezwingen. Denn welches Geheimniß ſich auch hier enthüllen möchte, ſo beſorgte Paul, daß ſich der Zorn der Czarin auf eine fürchterliche Weiſe über dem Haupte der jungen Großfürſtin entladen könne, und dieſer Beweggrund, der zugleich bewies, wie theuer Natalie ſeinem Herzen geblieben, war es vornehmlich, der ihn in der letzten Zeit beſtimmt hatte,