Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

34

eine wilde Gluth, ein blitzender Zug von Bosheit und Tücke, in ſeinen Mienen. Dann traf ein liebevoller, aus tiéfſter Seele aufflammender Blick ſeinen Herrn, und er ſtürzte jetzt auf ihn zu, ſeine Hand ergreifend und mit inbrünſtigen Küſſen bedeckend.

Iwan war ein gefangener Türkenknabe geweſen, welchen die Ruſſen, wie dies in ihrer Gewohnheit lag, im Kriege aus der Heimath ſeiner Jugend mit ſich ge⸗ nommen hatten. Ein glücklicher Zufall hatte ihn in den Palaſt der Czarin gebracht, wo er ſeines angenehmen Aeußeren wegen für den Dienſt des jungen Großfürſten beſtimmt worden, nachdem ihm die chriſtliche Taufe ſeine jetzigen Namen beigelegt.

Paul ſah ihn jetzt verwundert an und ſagte, ſeine Hand unwillig zurückziehend: Jwan, Du haſt es heut darauf abgeſehn, Dich wie einen Hund zu benehmen, und ich fordere jetzt von Dir, vernünftig und klug zu ſein, oder ungeachtet unſrer Freundſchaft, die eine Sache für ſich iſt, dürfte ſich doch mein Zorn endlich einmal ganz ernſtlich mit Deinem Rücken berühren!

Die Augen des jungen Großfürſten ſtrömten jetzt ein unheimliches, flackerndes Feuer aus, vor dem Jwan mit einer ängſtlichen Bewegung zurückſchreckte. Dann ſagte der zitternde Sklave, der den Moment erkannte,

—