Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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empfändeſt, Alles herauszuſagen, was in Dir losſpru⸗ deln möchte. Nicht wahr, mein lieber, blonder Wild⸗ fang?

Die Czarin ſtreichelte ihr dabei mit einer ſanften, wohlwollenden Gebärde das ſchöne, blonde Haar, was Wilhelmine, die ſich ſeltſam und unheimlich dabei be⸗ rührt zu fühlen ſchien, nicht ohne ein heimliches Zucken geſchehen ließ. Aber der Eindruck, welchen dieſe Lieb⸗ koſung der Czarin auf die Uebrigen machte, hatte eine athemloſe Stille im Zimmer hervorgebracht, und die Ueberraſchten betrachteten es als ein neues Merkmal, durch welches die Entſchließungen der Kaiſerin ſich anzukündigen ſchienen. Man war jetzt überzeugt, daß nicht Eliſabeth, ſondern Wilhelmine die Erwählte für den Czarewitſch ſein werde.

Dieſe Annahme, welche Wilhelmine jetzt rings um ſich her auf dem Geſichte der Mutter und der Schweſtern las, ſchien das eigenthümliche Mädchen in dieſem Au⸗ genblicke zu verdrießen. Sie ſagte zur Czarin mit einer Naivetät, die ebenſo liebenswürdig war, als ſie einen gränzenloſen Schrecken unter allen Anweſenden verbrei⸗ tete: Nein, allergnädigſte Czarin, ſo ſchlecht ſteht es mit uns nicht, daß wir uns die Reiſe hierher bezahlen laſſen müßten. Wir ſind zu unſerm eigenen Vergnügen