Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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welches die Gräfin Branicka auf den Wink der Kai⸗ ſerin in die Hände derſelben gelegt.

Mein Gott, ich Aermſte! ſtammelte die Landgräfin, indem ſie den überreichen Inhalt des Portefenilles vor ſich erblickte.

Auf keinen Fall darfſt Du das nehmen! flüſterte Prinzeſſin Wilhelmine, die plötzlich ernſt und bleich ausſah, heimlich der Landgräfin zu.

Die Czarin hatte das auffallende und haſtige Be⸗ nehmen bemerkt, mit welchem Wilhelmine ſich zu ihrer Mutter gedrängt. Katharina warf dem kühnen Mädchen einen flammenden Blick zu, der ſie aber nicht nieder⸗ ſchmettern zu können ſchien. Wilhelmine erhob muthig ihre ſchönen und ausdrucksvoll leuchtenden Augen zu der Czarin empor und wagte es, den erſtaunt fra⸗ genden Blicken derſelben zu begegnen.

Mein Kind, ſagte Katharina, ihre Hand in die ihrige nehmend, Du gefällſt mir ſehr. Aus Deinen klugen Angen ſpricht Verſtand, Stolz und richtiges Gefühl. Du wäreſt vielleicht im Stande, mir eben die Leviten darüber zu leſen, daß ich der gnädigen Mama dies Anerbieten zu ſtellen gewagt. Ja, ja, Du ſiehſt mir ganz ſo aus, als ob Du ein kleiner, waghalſiger Trotzkopf wäreſt und gar keine Angſt