Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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gelaunt aus, wie man die Kaiſerin ſeit langer Zeit nicht erblickt hatte. Ihre Munterkeit gab ihr faſt den Ausdruck eines jungen Mädchens wieder, und ſie ſchien ſo wohl angeregt zu ſein, daß ſie ſich im Zimmer raſch auf- und niederbewegte und die auf den Tiſchen ausgeſtreut liegenden Sachen der Prinzeſſinnen, nebſt den halb ausgepackten Reiſekoffern, zu muſtern begann.

Die Czarin ließ ſich von der Landgräfin, welche ſie mit ehrfurchtsvoller Dienſtwilligkeit auf dieſer Schau begleitete, Eins nach dem Andern zeigen und vorlegen, beurtheilte die Stoffe der Kleider und die Formen und Schnitte, in denen ſich ihr dieſelben dar⸗ zuſtellen ſchienen.

Dann ſagte ſie mit liebenswürdiger Stimme, ſich zu den drei Prinzeſſinnen wendend: Wahrlich, ſo reich war ich nicht geweſen, als ich zuerſt nach Petersburg tam. Die damalige Prinzeſſin von Anhalt⸗Zerbſt hatte nicht die Hälfte dieſer ſchönen Kleider mit, als ſie zuerſt in Rußland landete. Nun, was ich damals an Kleidern und ſogar an Hemden zu wenig hatte, habe ich mich bemüht, ſeitdem an Gebiet unſerm heiligen Rußland hinzuzuerobern. Nicht wahr, Land⸗ gräfin, das iſt auch eine ganz hübſche Art, ſich zu

revanchiren?