Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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antiken Einfachheit und einem beſonderen, anmuthigen Geſchmack um den bedeutenden Kopf ſich gruppirte.

Aber es gab in ihrem charaktervollen Geſicht zwei Elemente, welche ſich auf die ſchneidendſte Weiſe darin widerſprachen. Der untere Theil dieſes Geſichts hatte einen groben und faſt rohen Ausdruck, beſonders aber war es eine eigenthümliche Falte, die gerade an der Wurzel der etwas kurzen Naſe ſtand und einen ſelt⸗ ſamen, halb bösartigen, halb frivolen Ausdruck in das Geſicht zurückwarf. Es war dies der Grund geweſen, weshalb Katharina einſt das Portrait verworfen hatte, welches der berühmte Lampi von der Czarin gemalt, und worin dieſer verhängnißvolle, ihr die ganze Phyſiog⸗ nomie verderbende Zug ſeine vollſtändige Auspinſelung erhalten hatte. Durch den Zorn der Kaiſerin beſtimmt, hatte Lampi ſein Portrait umarbeiten müſſen, und nun war eine unſchuldige junge Nymphe aus ſeinem Pinſel hervorgegangen, zu der ſich die kluge Czarin noch weniger bekennen wollte.

Das unheimliche Element in dem Geſicht der großen Czarin ſchien auch den überwiegenden Eindruck auf die jungen deutſchen Prinzeſſinnen hervorgebracht zu haben. Aengſtlich und zagend ſtanden Eliſabeth, Frie⸗ derike und Wilhelmine noch immer vor der allmächtigen