Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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die erſte Angſt, welche ſich der Gemüther bemächtigt hatte, aber es vermochte das geheime Herzklopfen nicht zu unterdrücken, welches in den jungen Prinzeſſinnen beim längeren Anblicken der Czarin immer heftiger aufſtieg und ihnen faſt das Athmen unmöglich machte.

Die Czarin Katharina war in dieſer Zeit ihres Lebens, wo ſie ungefähr in ihrem vierzigſten Jahre ſtand, noch immer eine ſchöne Frau, welche durch ihre auffallende und wunderbar feſſelnde Erſcheinung einen mächtigen Eindruck hervorbrachte. Sie begann aber damals ſchon ſtark zu werden, und die ſich immer mehr ausbreitende Fülle und Ueppigkeit ihrer Formen gönnte der Taille kaum noch die klaren Umriſſe. Aber die heitere, hinreißende Anmuth, welche das ganze Weſen der Czarin erfüllte und alle ihre Bewegungen meiſterte, überwog in dem Charakter der ganzen, auch mit aller gebietenden Hoheit ausgeſtatteten Geſtalt. Die ſtrenge kaiſerliche Majeſtät und der Ausdruck einer ächten, ſich liebenswürdig und leicht gehen laſſenden Weiblichkeit ſchienen bei der Czarin auf die natürlichſte Weiſe nebeneinander zu ſtehen und ineinander überzugehn. Die Liebenswürdigkeit ihrer weiblichen Natur bezeich⸗ nete ſich auch auf eine eigenthümliche Weiſe durch die Art, wie ſie ihr Haar trug, das immer mit einer Th. Mundt, Czar Paul. Erſte Abthl. I. 2