Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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Geſichtszüge waren verzerrt von dem heftigen Krampf, welcher den Lebensfaden Natalien's entwei geriſſen hatte.

Mit einer gewaltigen Klage hatte ſich Paul über den entſeelten Körper ſeiner Gemahlin geſtürzt, aber ſeine Rufe nach ihr vermochten ſie nicht mehr zu ihm zurückzubringen. Er betrachtete ſie lange und unver⸗ wandt, der ernſte, ſtrenge Ausdruck ihres Geſichts ſchien ihn nicht loszulaſſen und bannte ihn faſt mit einer geheimnißvollen Inbrunſt, aber jetzt trat um ihren frommen ſeelenvollen Mund, den ſonſt ſo oft harte Züge des Spottes oder das ſchmerzlichſte Ge⸗ fühl des Unglücks gezeichnet, eine friedliche Milde ein, die auf ein verſöhntes Gefühl deutete, in dem die Prinzeſſin ihre letzten Augenblicke ausgeathmet hatte.

Dieſe Verſöhnung ſchien zuletzt ihr ganzes Herz beſchäftigt und' bewegt zu haben, und ſie hatte darum den einſamen Todeskampf um ſo glorreicher beſtanden, und jeden Laut ihrer entſetzlichen Qualen mit einer heldenhaften Ueberwindung zurückgedrängt, um den Großfürſten, deſſen verzweifelter Schmerz ſie rührte, und der ganz verſunken in ein tiefes Leid über ihrem Lager hing, zu ſchonen und für ſich allein zu Ende zu kommen, ohne ihn aufzuſchrecken.