Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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den hatte, und die ihm jetzt leuchtender entgegentrat als jemals.

Der anmuthige Kopf, der wie gebrochen auf die Bruſt herunterhing, ſchien ihn zu ſich zu locken, und er empfand die größte Sehnſucht, ihn mit den Fingern berühren, ihr lockiges Haar ſanft ſtreicheln zu dürfen. Die glänzenden ſchneeweißen Schultern, die ſich aus dem Nachtgewande hervorgehoben hatten, rührten ihn durch ihre friſche Schönheit, die mit der düſtern, gelb⸗ lichen Farbe, welche ſich bereits unter den Augen und in den Wangen eingeätzt hatte, in einen ſeltſamen Contraſt traten. Er hätte ſie in ſeine Arme ziehen, ihr Alles abbitten mögen, worin er ſie verkannt, worin er ihr durch geheime und laute Beſchuldigungen, die er ihr gemacht oder die er von Andern, wer es auch ſein mochte, über ſie angehört, Unrecht gethan, oder auch nur einen einzigen trüben Moment ihres koſt⸗ baren Lebens hatte entſtehen laſſen.

Von dieſen Gedanken überwältigt und fortgezogen, umſchlang er in dieſem Augenblick den Hals Nataliens mit einem brennenden, ſchmerzlichen Ungeſtüm, aber er hatte ſie zu ſtark berührt, und Natalie ſchlug, mit einem tiefathmenden, langtönenden Seufzer die Augen auf. Die Ruhe des Schlummers war ent⸗

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