Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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Es iſt wahr, entgegnete ſie jetzt mit einem ſtillen ſchmerzlichen Aufleuchten ihrer Augen, wir kannten uns nicht, und wir fehlten Beide darin ſehr, daß wir uns nicht die Mühe geben wollten, uns kennen zu lernen. Vielleicht wäre dann Alles, Alles beſſer ge⸗ kommen.

Wie ſo? fragte der Großfürſt in banger, athem loſer Erwartung zurück.

Wie ſo? wiederholte Natalie Alexiewna. Ich wünſchte von ganzer Seele, ich hätte Euch früher ſo erkannt, wie Ihr mir jetzt erſcheint! Denn ich glaube, Ihr habt ein gutes Herz gegen mich, Prinz, und wer auf Euch zu bauen weiß, der baut auf einem edlen Felſengrund! Verzeiht mir, ich verkannte Euch, und all mein Unheil iſt mir daraus entfloſſen.

Euch darf kein Unheil treffen! rief der Großfürſt, wild auffahrend, indem er mit einer drohenden Be⸗ wegung an den Griff ſeines Degens faßte. Ihr überſchätzt mich zwar jetzt; denn ich habe lange noch kein Verdienſt erworben, aber da ich Euch vom erſten Augenblick an liebte, ſo hätte ich längſt mehr für Euch thun müſſen, als ich gewagt und vermocht habe. Ich bin mir immer ein unnützer Träumer und Grübler geweſen. Die Gefahr aber ſoll mich ſtark und muthig

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