Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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Geſicht trat wieder jener ſeltſame wilde und ſchreckens⸗ volle Zug hervor, durch deſſen allzu getreue Feſthal⸗ tung der Maler Lampi die Gnade der Kaiſerin ver⸗ loren hatte.

Die Prinzeſſin zitterte unter dieſen Blicken, welche ſich ſchneidend in ihr Herz gebohrt hatten. Dann fragte ſie leiſe und kaum hörbar: Ich wußte es nicht, daß ich vertrauen ſollte und durfte, ſonſt hätte ich mich wie eine Schiffbrüchige angeklammert an dieſes Vertrauen, und hätte daran die rettende Hand gefun⸗ den, die mich aus den Abgründen emporhob.

Ihr kommt Euch alſo wie in einem Abgrunde vor, nachdem wir Euch freundlich an unſerm Hofe aufge⸗ nommen, Euch zu unſerer Schwiegertochter erhoben und Euch ein Glück zugeſtanden haben, das Euch von der ganzen Welt beneidet worden iſt und das einer deut⸗ ſchen Prinzeſſin die Strahlenkrone aller Ehren aufs Haupt ſetzen mußte.

Ich war nicht ehrgeizig, als ich an den Hof von Petersburg kam, erwiederte Natalie mit einem feſten Ton ihrer Stimme. Aber ich hatte mir in meiner Heimath ein Ideal gebildet, das ich tief in meinem Herzen trug, ein Ideal, Freiheit und Glück vom Thron herab zu verbreiten. Damit fühlte ich mich

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