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Tag über in unermüdeter Sorge an dem Bett ſeiner Gemahlin verweilt, ſie auf einige Augenblicke vevlaſſen, befand ſich Natalie allein mit ihrer räthſelhaften Wärte— rin. Die halbdunkle Beleuchtung des Krankenzimmers ſpann ſchwarze irrende Schatten über das Bett der immer noch leidenden, ſchmerzlich ergriffenen Prinzeſſin hin, und über ihr bleiches abgezehrtes Geſicht irrte ein unendlich trauriger, wehmuthsvoller Ausdruck. Von der ſtrahlenden Jugend der Prinzeſſin, die noch vor Kurzem in ſo friſcher Anmuth geblüht, war nur noch in ihren unvergänglich ſchönen Augen ein glühender Funken zurückgeblieben, der mit einem wunder⸗ baren Feuer brannte, und in dem alle ihre Hoffnun⸗ gen und Erinnerungen, denen ſie in dieſem Augenblick in einem ſtillen ſchmerzlichen Hinträumen nachgehangen, von Zeit zu Zeit aufſchimmerten und ſich dann wieder in langſam dahinfließenden Thränen löſchten. Auf den Wangen, die einſt der Sitz des ſchönſten muth⸗ willigſten Lebens waren, wechſelte dann in raſchen Uebergängen ein fieberndes Roth in hellen Purpur— farben mit dem bleichen Schimmer des Todes. Plötzlich fuhr Natalie mit einem lauten Schreckens ruf aus ihren hindämmernden Träumen und Phan⸗ taſien empor. Sie hatte zuletzt, indem ſie mit ihren


