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Natalie hatte ſich in dieſem Augenblick um ſo mehr mit dem ihr eigenthümlichen kecken und frei⸗ müthigen Anſtande dargeſtellt, als ſie der Czarin gegenüber ein Gefühl des Triumphes in ſich nicht hatte zurückdrängen können. Die Großfürſtin war ſtolz auf die Huldigungen des Volks, welche ihr unterwegs zugefallen waren, und wie ſie es niemals über ſich gewinnen konnte, zu verbergen, was in ihr
vorging, ſo zeigte ſie es auch jetzt, durch eine heitere,
feſte und überlegene Haltung, mit der ſie vor der Kaiſerin daſtand, daß ſie ſich von einer großen Zu⸗ verſicht getragen fühle, und daß ſie das, was der Czarin geſchehen war, freudigen Sinnes als eine Niederlage betrachte.
Katharina hatte einen düſtern, vernichtenden Aus⸗ druck in ihren Zügen. Sie hatte nur mit einigen einzelnen abgeriſſenen Lauten die Erkundigungen be⸗ antwortet, welche Natalie bei ihrem Eintreten mit einer frohlockenden Freundlichkeit, die der Czarin ſo ſehr mißfiel, an dieſelbe gerichtet.
Es war gefährlich, der Czarin Katharina ſo gegen⸗ über zu ſtehen, aber Natalie empfand die Beängſti⸗ gungen nicht, die ſie aus den unverwandt auf ſie ge⸗
richteten Blicken der Czarin ſchöpfen mußte. Ihre 2*


