Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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heitere Feſtigkeit verließ ſie auch jetzt nicht, als Ka⸗ tharina, in deren Geſicht eine unheimliche Wildheit aufblitzte, ihre Geſtalt von oben bis unten überflog und dabei mit einem unverhehlten Ausdruck des Haſſes den ſchon bedeutend hervorgetretenen Zuſtand betrachtete, in demLſich die Großfürſtin befand.

Natalie fühlte dieſe Blicke wie Dolchſtiche ſich in ihr Innerſteszbohren, und eine flammende Röthe der Scham begann ihr das Geſicht und den Hals zu be⸗ decken. Aber ſie ſchwankte nicht, und blieb lächelnd und aufrecht in der ſtarken Haltung ſtehen, die ſie bisher über ſich vermocht hatte. Ihre glänzende Schönheit nahm in dieſem Augenblick einen helden⸗ haften Ausdruck an, nnd mit der Czarin Auge in Auge ſich meſſend, ſchien ſie ſich ſiegreich auf dem Platze zu behaupten.

Katharina wandte ſich endlich von ihr ab, und zu Potemkin ſich hinkehrend, ſagte ſie in einem mühſam bezwungenen Tone: Wir werden uns jetzt Alle trennen müſſen, denn wir bedürfen wahrlich ſehr der Ruhe. Sehen Sie doch ſchleunigſt nach, lieber General, wa⸗ rum der Fürſt Bariatinsky nicht wiederkommt, um uns in die Czaren⸗Gemächer zu führen, die doch für uns bereit ſtehen müſſen!

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