Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

hatte, und im Hintergrunde ſchien das unermeßlich verſammelte Volk nicht minder zu einer lebloſen ſtarren Maſſe, die ſich zu keinem Ton erweichen wollte, erſtarrt zu ſein.

Katharina ſah ihren Reiſegefährten Potemkin mit einem ſeltſamen Lächeln an, und hoffte auf ſeinem Geſicht die Löſung dieſes Räthſels zu finden. Zu der ſtummen Einöde, in welche ſie ſich mitten in dieſer ungeheueren Menſchenwoge verſetzt ſahen, ge⸗ ſellte ſich das feierliche Läuten der Glocken von allen Kirchen und Klöſtern der Stadt, wodurch dies ge⸗ waltige Stillſchweigen der ganzen Bevölkerung, unter dem Katharina einzog, von Zeit zu Zeit unterbrochen wurde, um dann wieder mit deſto größerer Schwere ins Gewicht und aufs Herz zu fallen.

Potemkin, der zuerſt mit dem größten Erſtaunen dieſen ganzen Vorgang beobachtet hatte, ſchien im Be⸗ griff, in einen gewaltigen Zorn auszubrechen, worauf ſeine hoch angeſchwollenen Stirnadern und das ſelt⸗ ſame Zucken und Grimaſſiren ſeines Geſichts hindeu⸗ teten. Dann begann er auf eine ſo fürchterliche Art zu fluchen, daß Katharina ihn inſtändigſt bat, dieſer ſie erſchreckenden Auslaſſung ſeines Zornes Einhalt zu gebieten.