Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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aber ſie blos als ſich bewegende Geſtalten, ohne ſie von einander zu unterſcheiden.

Die Ceremonie begann ich hatte ihr, eben ſo wie Max, zuletzt bei Liſabel's Vermählung beige⸗ wohnt in unſerer ſchönen über und über mit Blumen geſchmückten Kirche, wo ſie ſo ſchön und glücklich ausſah, mit ihren Schweſtern in ihrer Nähe, während ihr Vater ihr zur Seite ſtand⸗

Einen Augenblick lang fühlte ich mich ſehr ver⸗ einſamt und verlaſſen, und als ich die Thür eines Betſtuhls ſich öffnen und einen Tritt langſam den Kreuzgang heraufkommen hörte, zitterte ich, daß irgend Etwas geſchehen könnte Etwas, was noch im letzten Augenblicke Max und mich trennte. AAber es geſchah nicht. Ich hörte ihn das feierliche Verſprechen geben wie darf ein Mann

wagen, es leichtfertig zu geben, oder ſpäter zu 3

brechen! mich zu lieben, zu tröſten, zu ehren und zu bewahren, in Krankheit und Geſundheit, und aufalles Andere verzich⸗ tend, ſich nur zu mirzuhalten, ſo lange wir Beide leben würden. Und ich fühlte ebenfalls, in der Fülle des Vertrauens und der Liebe zu ihm,

daß ich mit Freuden um ſeinetwillen Alles

Vater, Schweſtern, Verwandte und Freunde ver⸗ laſſen könnte.