Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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nicht ſehr verändert fände, antwortete ich dreiſt Nein. An ſein graues Haar würde ich mich bald gewöhnen und übrigens hätte ich ihn ja überhaupt nicht als ſonderlich ſchönen, oder ſonderlich jungen Mann gekannt. Er lächelte, und nun war er ganz wieder mein Max und Alles hörte auf, ſo wehmüthig ſeltſam zu ſein.

Wir gingen in einen der intjernite Betſtühle und Max probirte meinen Ring an. Wie ſeine Hände zitterten ſo daß mein Zittern ſich ganz verlor und ſich eine große Ruhe meiner bemächtigte.

Ja, ich hatte recht gethan. Er hatte Nieman⸗ den als mich.

So ſaßen wir neben einander und keins von uns ſprach ein Wort, bis der Küſter kam meldete, daß der Geiſtliche bereit ſei.

Es waren noch einige andere Brautpaare da, welche ebenfalls warteten mit Brautjungfern, Freunden und Vätern.

Wir Drei erhoben uns und gingen, unſere Plätze einzunehmen es achtete Niemand auf uns. Ich ſah, wie der Sacriſtan einige leiſe Worte zu Max ſprach, worauf dieſer mit Ja antwortete, und dann kam der alte Mann und ſtellte ſich hinter Miſtreß Ansdell und mich. Noch einige andere Leute ſaßen

und ſtanden in den Betſtühlen umher, ich bemerkte