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„Und nicht ein einziges Wort des Segens? Papa! Papa!“
Mein Vater erhob ſich und legte ſeine Hand feierlich auf mein Haupt.
„Du biſt mir in allen Dingen bis auf dieſes ſtets eine gehorſame Tochter geweſen und eine gute Tochtor iſt auch ein gutes Weib. Leb' wohl, wohin Du auch gehen mögeſt— Gott ſegne Dich!“
Und als er die Thür des Bibliothekzimmers hinter mir ſchloß, glaubte ich, meinen theuern Vater zum letzten Male geſehen zu haben.
Es war kaum ſechs Uhr Morgens, als Penelope mich nach der Eiſenbahnſtation begleitete. Niemand ſah uns— Niemand wußte es. Der Mann an der Eiſenbahn redete uns an und ſprach mit Penelope volle zwei Minuten lang von der Krank⸗ heit ſeiner Frau— zwei ganze Minuten von unſern letzten fünf.
Meine Schweſter wollte noch nicht Abſchied von mir nehmen, denn ſie war, ſagte ſie entſchloſſen, mich noch einmal zu ſehen— entweder in London oder in Liverpool, ehe wir unter Segel gingen. Sie hatte mich wunderbar ermuthigt und aufrecht er⸗ halten, und ihr letzter Kuß war beinahe n oder ſie gab ihm dieſem Anſchein.
Ich ſehe ſie jetzt noch— ſie war ſehr bleich—


