Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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Penelope erzählte mir, als ſie an jenem Abende mich fallen gehört und in das Bibliothekzimmer geeilt ſei, habe er ihr befohlen, dasKind hinweg⸗ zuführen und ihr zu ſagen, daß ſie hicht wieder über dieſe Sache mit ihm ſprechen ſolle.

Ich gehorchte. Ich benahm mich während dieſer ganzen drei Wochen, als ob jeder Tag den un⸗ zähligen andern Tagen gliche, die ich am Tiſche meines Vaters geſeſſen, oder wo ich an ſeiner Seite gewandelt, wenn auch nicht als die geliebteſte, doch wenigſtens eben ſo geliebt wie irgend eine ſeiner Töch⸗ ter. Aber es war eine Qual, an die ich nicht ohne Schaudern zurückdenken und von der ich nicht be⸗ greifen kann, wie ich ſie zu ertragen vermochte.

Während des Tages war ich ſo ziemlich ruhig, weil ich ſo viel zu thun hatte, und wie ich ſchon ſagte, Penelope war ſehr gut und freundlich gegen mich; des Nachts aber lag ich gewöhnlich ſchlaflos im Bette und ſah mit offenen Augen ſeltſame Ge⸗ ſtalten im Zimmer umher beſonders meine Mut⸗

ter oder vielmehr eine Erſcheinung von der ich glaubte, ſie ſei es. Oft redete ich ſie an und fragte ſie, ob ich recht handelte oder unrecht, und ob ſie das, was ich für Mar thäte, nicht früher einmal für meinen Vater auch gethan haben würde.

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