Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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Das Weib meines Max wäre beinahe eben ſo arm zu ihm gekommen wie Griſeldis, hätte Penelope mich nicht eines Tages mit zu jenen früher erwähn⸗ ten verſchloſſenen Schubfächern geführt.

Jürchteſt Du, daß dieſe Dinge Dir Unglück bringen? Nicht? Nun, dann wähle davon, was Du wünſcheſt, und trage es geſund und glücklich, liebe Schweſter.

Und ſo, nachdem wir noch eine Weile genäh't denn ich hegte einen gewiſſen abergläubiſchen Wunſch, in einem neuen weißen von mir und meiner Schweſter verfertigten Kleide getraut zu werden beendeten und packten wir die kleine Garderobe, welche das ganze Heirathsgut war, das die arme Theodora Johnſton ihrem Gatten zubringen ſollte.

Mein Vater mußte von unſern Vorbereitungen Kenntniß haben, denn wir verſuchten nicht, ſie vor ihm zu verbergen. Die Dienſtleute wußten blos, daß Miß Dora eine Reiſe machen wolle, aber er wußte es beſſer; er wußte, daß ſie im Begriff ſtand, ihn und ihre alte Heimath zu verlaſſen, vielleicht auf immer. Dennoch ſagte er Nichts. Zuweilen bemerkte ich, daß er mich aufmerkſam anſah das arme Antlitz, welches mir der Spiegel zurückwarf und welches täglich bläſſer und trüber ward dennoch ſagte er Nichts.