Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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wie geduldig wir gewartet und wie, wenn Max geſund und glücklich wäre, ich vielleicht immer wieder geſagt hätte: Wir wollen noch ein wenig länger warten.

Nun und?

Ich ſank auf die Kniee nieder und bat meinen Vater mit Thränen und Schluchzen, mich das Weib meines Max werden zu laſſen.

Es war vergebens.

Gute Nacht; geh' in Dein Bett, Dora, und ermüde mich nicht mehr.

Ich erhob mich, überzeugt, daß nun der Augen⸗ blick gekommen ſei, wo ich zwiſchen zwei Pflichten wählen müßte zwiſchen Vater und Gatten dem einen, dem ich das Daſein verdankte, und dem andern, der mich zu einem Mädchen gemacht, für das es ſich lohnte zu leben, und das würdig war,

geliebt zu werden. Solche Kriſen kommen zuweilen über arme Seelen! Gott führe ſie, denn nur er kann es! Gute Nacht, Vater, ſagte ich; meine uhpen waren hart und trocken, und es war kaum meine

eigene Stimme, die ich hörte;ich will warten es iſt noch einige Tage Zeit. Plötzlich drehete er ſich nach mir herum.

Was haſt Du für Pläne? Sprich die Wahrheit.