einander gute Nacht ſagten, bis zu dem Tage, wo — doch ich will meine Geſchichte ſyſtematiſch fort⸗ ſetzen..
Während dieſer ganzen drei Monate war Max krank— nicht gefährlich— denn er ſagte dies und ich konnte ihm glauben.. Nichtsdeſtoweniger war es eine bittere Zeit, und ich wundere mich jetzt bei⸗ nahe, wie ich es ertrug— jetzt, wo ich zu Allem bereit und willig bin, ausgenommen zu dem, was ich, Gott ſei Dank! niemals wieder zu tragen haben werde— zur Trennung.
An dem Tage, ehe Max entlaſſen ward, ſchrieb er mir einen langen, ernſten Brief. Bis jetzt waren unſere Briefe mit Trivialitäten angefüllt geweſen, die darauf berechnet waren, ihm die Zeit zu vertrei⸗ ben und mich zu erheitern, während wir alle Pläne bis auf die Zeit verſchoben, wo es wieder beſſer mit ihm gehen würde. Meine geheimen Gedanken, wenn ich deren hatte, waren mir ſelbſt nicht klar, bis ich ſeinen Brief erhielt.
Es war ein ſehr trauriger Brief. Drei Monate Haft in einer und derſelben Zelle, mit einem ein⸗ ſtündigen täglichen Spaziergange innerhalb eines ummauerten Hofes— Sträflingsarbeit, denn er flocht Binſendecken, weil er meinte, die Zeit verginge beſſer— Gefangenenkoſt— kein Wunder, daß gegen


