Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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es zu ſich nehmen und mich es wieder finden laſſen, ſelbſt nachdem es im Schooße des tiefen Meeres ge⸗ ruht. Ich kann es nicht verlieren; ich liebte es ſo ſehr.

Und ſo glaube ich, kann keine vollkommene Liebe oder die Erinnerung daran im Herzen oder in Worten je verloren gehen. Deßhalb kommt im Grunde genommen für Max und mich Nichts darauf an, ob dieſe, die wahre Geſchichte unſerer Liebe, auf den Boden des Oceans hinabſinkt, um zu ſchlafen wie wir geſtern ſelbſt erwarteten, denn es war ein furchtbarer Sturm oder ob ſie eingeſiegelt und aufbewahrt wird zum Nutz und Frommen unſerer unſerer Urenkel.

Ach, dieſe arme Mutter und ihr todtes Kind! Max kam herunter, um mich zu ſuchen, und ich ging mit ihm auf's Deck hinauf, wo er ſich nieder⸗ ſtreckte und mir verſprach, ſich eine Stunde nicht zu rühren.

Ich muß ihn noch ſehr in Acht neym die Seeluft aber beginnt ſchon ſein liebes altes Geſicht zu bräunen und ihm die Farbe der Geſundheit zu verleihen.

Während der drei Monate, welche Max im Gefängniß war, ſah ich ihn nicht ein einziges Mal. Ueberhaupt hatten wir einander ſeit dem Tage nicht

wiedergeſehen, wo wir in Gegenwart meines Vaters 12*