Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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21 digte mich auch nicht. Die Sache ging nicht mich an, ſondern Lydia. Ich fragte Papa, ob er ſich Lydia's nicht mehr erinnere⸗

Sie kam in unſer Haus, Max, als ſie erſt vier⸗ zehn Jahre alt war, obſchon ſie, da ſie hübſch war und gut gewachſen, weit älter ausſah. Sie war ein angenehmes, williges, liebreiches Weſen, nur hatte ſieeinen Kopf, wie man zu ſagen pflogt, oder derſelbe ward ihr durch die Bewunderung ver⸗ dreht, die ihre Schönheit nicht blos unter ihrer eigenen Klaſſe, ſondern auch bei Allen erweckte, die unſer Haus befuchten. Ich entſinne mich, daß Francis einmal ſagte o wie zornig ward Pene⸗ lope deßwegen! Lydia beſitze ſo viel angeborene Eleganz, daß ein Mann, der ſich mit ihr befaßte, ihr einige Ausbildung geben ließe und ſie heiräthete, ſie in kurzer Zeit zur feinen Dame machen könne⸗ Wollte Gott, er hätte es gethan, trotz des Bruchs aller Schwüre, die er meiner Schweſter geleiſtet. Ich glaube, dieſe würde ihm ſelbſt verziehen haben, wenn er ſich nur rechtſchaffen in die arme i ver⸗ liebt und ſie geheirathet hätte⸗

Dieſe Dinge bemühete ich mich, upa wieder in die Erinnerung itzututen⸗ aber er gebot mir zornig Schweigen.

Ich kann nicht ſchweigen, ſagn ich, S