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„Und auch kein Weib,“ ſetzte ich in ſo ſanftem Tone als nöglich hinzu.
Penelope hieß mich ſchweigen und meinte, pre⸗ digen ſei meines Vaters Beruf, nicht der meinige, wenn nämlich Vernunftgründe Nichts nützten.
Ich fragte, ob ſie dies glaube.
„Ich glaube und denke gar nicht. Ich wünſche das Denken zu erſticken. Weißt Du nicht Etwas zu plaudern? Oder warte, lies mir einige von Doctor Urquhart's Briefen vor. Es ſind keine Liebesbriefe und deßhalb kannſt Du Nichts dagegen haben.“
Es kam mir ſauer an, Max, ſehr ſauer— bis ich erwog, daß es meiner armen Penelope vielleicht Nichts ſchaden, ſondern eher nützen würde, wenn ſie von Perſonen hörte, die noch unglücklicher wären als ſie ſelbſt und noch tiefer geſunken als Francis.
Ich gewann es daher über mich, meinen Brief herauszunehmen und daraus vorzuleſen.(Mit Aus⸗ laſſungen hier und da natürlich.. Ich las über Deine tägliche Arbeit und über die Leute, mit denen Du dabei in Berührung kommſt. Alles Dies erinnert mich ſo ſehr an Dich und macht mich viel glücklicher und ſtolzer als irgend ein bloßer Liebesbrief, der an oder über mich geſchrieben wäre.
Penelope intereſſirte ſich allmählig auch ſowohl für das Gefängniß als für die Krankenangelegen⸗


