— 161—
Todt und begraben— todt und begraben! Weißt Du, zuweilen wünſche ich, es wäre ſo— daß ſie friedlich verwitwet wäre, und wüßte, daß ſeine Seele ſelig und bei Gott ſei.
Als Papa und ich— Papa, der an dieſem Abende zum erſten Male ſeit jenem Abende, den Du weißt, mich küßte— an Penelope's Bett ſaßen und bei ihr wachten, dachte ich:„O, wenn Francis doch geſtorben wäre!“
Als ſie ſich wieder ein wenig beruhigt und ich Papa überredet hatte, ſich ſchlafen zu legen, ließ er mich rufen und hieß mich ihm einen Pſalm vorleſen, wie ich zu thun pflegte, als er krank war— weißt Du noch? Als ich fertig war, fragte er mich, ob ich vielleicht wiſſe, was Francis ſo Schreckliches ge⸗ than, daß Penelope ihm nicht verzeihen könne.
Ich ſagte ihm, ſo ſchwer und ſo peinlich es mir auch war, Alles, was ich muthmaßte, oder vielmehr, wovon ich überzeugt war.
Denn war es nicht die Wahrheit?— Und war dieſe nicht die einzige Antwort, die ich ihm geben konnte? Aus demſelben Grunde ſchreibe ich Dir über dieſe ſchrecklichen Dinge ohne falſches Zartgefühl. — ſie ſind die Wahrheit, und dieſe geſagt werden.
Leben um Leben. 1v.


