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werden. Ihre Geſundheit iſt ſehr ſchwächlich. Wiſſen Sie das?“
„Ja, ich glaube.“
„Sie müſſen mir Gehör ſchenken—“
Der Ton, in welchem er dies ſagte, rüttelte
mich auf. „Ja, Sie müſſen dem, was ich ſage Gehör ſchenken. Es kann Nichts nützen, es Jemand anders zu ſagen, aber Ihnen ſage ich, wenn Sie ſich nicht pflegen und in Acht nehmen, ſo werden Sie ſterben.“
Ich blickte auf. Niemand als er würde ſo Etwas zu mir geſagt haben— wenn er es ſagte, ſo mußte es wahr ſein.
„Wiſſen Sie aber auch, daß es ſehr unrecht von Ihnen iſt, zu ſterben— gleichgültig aus Gottes Welt hinauszuſchlüpfen, in welche er Sie geſetzt, um ein gutes Werk zu verrichten?“
„Ich habe kein Werk zu verrichten.“
„Das kann Niemand von uns ſagen. Auch Sie ſollen es nicht Ich gebe es nicht zu“
Seine Worte machten mich bettoffen; es lag
Wahrheit darin— die Wahrheit, der Glaube meinet
erſten Jugend, obſchon Beides in ſpätern Jahren in den Hintergrund getreten war, bis ich ihn kennen
lernte.
Leben um Leben. IMI. 8 13


