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erwachten, die durch Vernunft und Gebet bekämpft und beſiegt werden müſſen.
Ich befand mich in dem großen Beſuchzimmer, und man glaubte, ich läge friedlich auf dem Sopha — in der That aber hatte ich mich innerhalb des engen Kreiſes, den der Schein des Kaminfeuers bildete, zuſammen geduckt. Außerhalb dieſes Kreiſes war es ſehr dunkel— ſo dunkel, daß die Schatten mich geſchreckt haben würden, wenn nicht zu viele Geſpenſter in der unmittelbarſten Nähe geweſen wären— ſchlimme oder böſe Geiſter, ſo wie ſie in unſern ſchwarzen Tagen uns Alle umringen. Den⸗ noch war das Schweigen ſo unheimlich, daß ich, als die Thür ſich öffnete, einen leichten Schrei ausſtieß.
„Fürchten Sie ſich nicht— es iſt Niemand weiter als ich.“
Man drückte mir die Hand und ich entſchul⸗ digte mich wegen meines Schreckens. Doctor Ur⸗ quhart ſagte, er ſei es, der ſich zu entſchuldigen habe, er hätte aber angepocht und ich nicht geantwortet, und er ſei dann eingetreten, weil er ängſtlich ge⸗ worden.
Hierauf ſprach er von andern Dingen und ich faßte mich bald wieder und ſaß da und hörte ihm zu, mit geſchloſſenen Augen, bis ich plötzlich be⸗ merkte, daß er mich forſchend anſah.


