Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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lag da und überdachte, wie viel nutzloſes Gefühl an junge Perſonen, welche ſterben, verſchwendet wird, wie viel eitles Bedauern, daß ſie ſo früh⸗ zeitig von den Genüſſen, welche ſie theilen, und dem Guten, welches ſie thun, hinweggeriſſen werden, während ſie doch oft Richts thun und wenig Freude zu verlieren haben.

Man nehme zum Beiſpiel Miſtreß Granton und mich. Wenn der Tod zwiſchen uns ſchwankte, ſo weiß ich, welche er am beſten thäte zu wählen die, welche die geringſte Freude am Leben gehabt und die am beguemſten zu entbehren iſt die ent⸗ weder in Folge eines Fehlgriffs, oder des Schickſals, oder auch gewiſſer angeborener Mängel wegen, die faſt dieſelbe Wirkung äußern wie das Schickſal, fünfundzwanzig Jahre gelebt hatte, ohne irgend Jemandem vom geringſten Nutzen zu ſein, und wel⸗ cher anſcheinend nichts Beſſeres geſchehen könnte als wenn der große Schnitter ſie in ſeine Arme faßte, um ſie in einer neuen Welt von Reuem zu ſäen und nochmals beginnen zu laſſen.

Dies Alles will ich bekennen, denn es erklärt die Stimmung, welche ich ſpäter vertieth, und be⸗ wog mich, einzuſehen, daß ich nicht die einzige Perſon war, in deren Gemüthe ſo gottloſe Gedanken