Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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nur einmal und ſie habe dem ihrigen entgegengeſehen, ſeit ſie geboren worden.

Ein Hochzeitstag! Wahrſcheinlich giebt es unter uns nur Wenige, die nicht ein wenig darauf als auf den Tag ſpeculirt haben, welcher von allen andern in dem Leben eines Weibes der entſchei⸗ dendſte iſt.

Ich ſchäme mich nicht, zu geſtehen, daß ich dann und wann auch an den meinigen gedacht habe. Es iſt ein thörigter Traum, der mit den erſten Jugendjahren kommt und geht, ein eingebildetes Paradies von gänzlich unmöglicher Freude, die mit einem Muſterbilde von eben ſo unmöglicher Vollkom⸗ menheit getheilt wird. Ich könnte jetzt darüber lachen, wenn das Gelächter nicht bitterer wäre als Thränen.

Nachdem ich dies geſchrieben, löſ'te ich mein Haar auf und band es unter dem Kinn zuſammen, um mich nicht zu erkälten o, mit fünfundzwanzig

Jahren iſt man vorſichtig ſtützte mich auf die

Fenſterbrüſtung in der alten Attitüde, wie da ich fünfzehn Jahre war, und ſah lange hinauf nach dem Monde und über den Tannenwald hinweg.

O, neugieriger Mond, ein wie angenehmer Tag iſt dies geweſen! Es war einer unſerer ruhigen Rockmount⸗