Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Eliſabeth lächelte und ſchwieg. Jetzt wie immer waren ihr die Geheimniſſe ihrer Herrſchaft heilig.

Um zehn Uhr wurde ſie nach dem Speiſeſaale ent⸗ boten.

Dort ſtand Peter Askott, prahleriſch wie immer, doch mit einem freundlichen, faſt humoriſtiſchen Ausdruck in ſeinem ſonſt ſo kalten Antlitz; er ſchaute mit herab⸗ laſſender Güte rings umher und rieb ſich leiſe die Hände, als ob er ganz beſonders zufrieden mit ſich ſelbſt ſei. Der junge Askott Leaf, vor ihm ſtehend, ſah glücklich und ſchön aus, trotz ſeines dürftigen Anzuges und ſchien ſich ganz behaglich und wohlgemuth zu fühlen eine Eigenthümlichkeit, welche ſelbſt die harten Leidensjahre ihm nicht zu rauben vermochten.

Er reichte Eliſabeth herzlich beide Hände dar.

Ich wollte Sie fragen, ob Sie mir irgend einen Auftrag für Liverpool zu geben haben. Morgen reiſe ich in Geſchäften für Herrn Askott dorthin; nachher werde ich wahrſcheinlich meine Tanten aufſuchen. Er vermochte die Worte vor tiefer Gemüthsbewegung kaum zu ſprechen, doch er bezwang dieſe und fügte hinzu:

Natürlich werde ich ihnen Alles erzählen, was Sie für mich thaten, Eliſabeth. Haben Sie irgend etwas Beſonderes zu beſtellen?

Nein, vermelden Sie nur meine ehrerbietigen Grüße, und der junge Herr Henry wäre wieder ganz wohl, ſagte Eliſabeth, und ihren altmodigen Knir machend, entfernte ſie ſich ſo ſchnell als möglich..

Tief in der Nacht, als ſchon Alle im Hauſe in feſtem

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